Installation „Broken“ zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Installation aus 222 weiblichen Schaufensterfiguren in orangem Flatterband

Jede 3. Figur hat ein großes X auf der Brust. Dies symbolisiert, dass heutzutage immer noch jede dritte Frau mindestens einmal in Ihrem Leben psychischer oder physischer Gewalt ausgesetzt ist. Hier drunter fällt auch: Zwangsprostitution, sexueller Missbrauch, Sextourismus, Vergewaltigung, Beschneidung von Frauen, häusliche Gewalt, Zwangsheirat, vorgeburtliche Geschlechtsselektion, weibliche Armut und Femizid etc..

Nächste Stationen:

25.11.2020 Siegburg (Fußgängerzone) 10:00h bis 18:00h
26.11.2020 Bonn (Platz der Vereinten Nationen) 10:00h bis 18:00h (u.V.)
27.11.2020 Bonn (Hof des Frauenmuseums) 10:00h bis 18:00h
28.11.2020 Wesseling (Im und am Rathaus) 10:00h bis 18:00h

Nächste Stationen:

23.11.2020 München (Marienplatz) 10:00h bis 18:00h
29.11.2020 Köln
30.11.2020 Düsseldorf (Landtag) 10:00h bis 18:00h
01.12.2020 Krefeld
02.12.2020 Duisburg
03.12.2020 Bielefeld
04.12.2020 Winsen/ Landkreis Harburg
05.12.2020 Dresden (Frauenkirchen) 10:00h bis 18:00h
06.12.2020 Bamberg
07.12.2020 Ludwigshafen am Rhein
08.12.2020 Freiburg im Breisgau
10.12.2020 Berlin (Brandenburger Tor) 10:00h bis 18:00h

Es gibt wenige rote Fäden, die sich so zerreißfest durch die gesamte Menschheitsgeschichte ziehen wie die physische und psychische Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Kein Krieg, dessen Sieger nicht die Frauen der Verlierer verschleppt, vergewaltigt und ermordet hätten. Keine Religion, die Frauen nicht als Wurzel allen Übels einstuft oder zumindest als dem Manne unterlegen. Kein Gesetz, das die Gleichstellung der Frauen in allen Lebensbereichen, ohne Wenn und Aber, befiehlt.

Frauen kennen die Dämonen in der Tiefe des Abgrundes, der die Gesellschaft noch immer spaltet. Frauen – und Künstler.

Denn Künstler wollen nicht töten, verstümmeln oder beherrschen. Sie wollen etwas erschaffen, das gut ist. Das der Welt keinen Schaden zufügt, sondern Freude bereitet. Oder eine Botschaft transportiert, wie die Installation „Broken“ von Dennis Josef Meseg.

Auch dieser Künstler möchte ein Zeichen setzen gegen Gewalt an Frauen, und die originelle Umsetzung seiner Gedanken in ein Kunstwerk ist weit tiefgründiger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Schaufensterpuppen und oranges Flatterband. Eine Kombination dreier Symbole, denen einzeln betrachtet eine vertraute, klare Deutung zukommt.

Flatterband zum Beispiel ist ein Zeichen für Abgrenzung, im positiven Sinne als Schutz vor Gefahren, aber auch als Hindernis auf dem Weg zueinander.

Und Puppe oder Püppchen – wie oft hat man diese Bezeichnungen nicht schon gehört? Doch was nach einem Kosewort klingt, zeugt in Wahrheit von Geringschätzung: Frauen werden auf ihr Äußeres reduziert, auf ein Spielzeug ohne Verstand. Oft auch noch zwangsweise verhüllt oder anderweitig versteckt wie ein eifersüchtig bewachtes Stück Eigentum.

Orange wiederum ist die Farbe der Freiheit, der Freude und Geborgenheit, der emotionalen Wärme. Deshalb hat die alljährlich von UN Women durchgeführte Kampagne „Orange the World“ eben diese Farbe für ihren Feldzug gegen das unausgesetzte, vielfältige Leid der Frauen erwählt.

Und wie erschütternd ist es, dass das Flatterband, das die „Frauen“ in Dennis Josef Mesegs Installation verhüllt, unkenntlich macht und von der Außenwelt abschneidet, die Farbe der Freiheit trägt!

„Broken“ ist als Aufruf zu verstehen, die Gewalt gegen Frauen endlich zu beenden. Männer des 21. Jahrhunderts können sehr wohl zu der Einsicht gelangen, dass ihre Mütter, Frauen und Töchter genauso wertvoll sind wie sie selber, und die gleiche Achtung verdienen.

Das sollte ihr Ziel sein – der Beitrag zu einer besseren Welt, basierend auf Liebe, Herzblut und Geduld.

Wie Künstler sie empfinden für ihre Werke.

Und Frauen für ihre Kinder.

 

Englisch version

Installation „Broken“

Violence against women and girls has been a topic since the very beginning of human history.

It has been written that each war’s winners would carry off the losers‘ wifes and girls, rape or kill them. There has always been some religion that would put women to a lower level than men or that would blame women for being the cause of all evil. Until today women suffer from not being treated unconditionally equally by their country‘s laws.

Women are witnesses to this huge gap of imbalance that divides our society until today. Women and artists.

Artists don’t want to kill, mutilate or rule. They want to create something good. Something that brings joy to the world, not harm. Something that carries a message just as the installation „Broken“ by Dennis Meseg.

This artist intends to speak out against violence against women. This original way of transforming his thoughts into art is way more profound than one would think at first sight.

Mannequins wrapped in orange warning tape: A combination of three symbols with a very well known and clear interpretation.

Warning tape represents a sign of boundaries not only in its purpose to protect people from danger but also in its use as a sign that marks a barrier.

Women are very often reduced to their looks as if they were just puppets on a string, easy to handle just like a toy. This way of looking at women is a sign of disregard. In addition to this many women are humiliated by having to hide or cover their faces from the world just as if they were some guarded piece of property that is being watched by its jealous owner.

Orange is the color of freedom, joy, safety and of emotional warmth. This is why the annual campaign by UN women „Orange the World“ has chosen this color for their fight against the constant, diverse misery that women all over the world have to face.

The warning tape that wraps the „women“ in Dennis Meseg’s installation covers these „women“, disguises them and isolates them from the outside world, but at the same time this warning tape wraps them in the color of freedom which is quite an interesting thought that moves the viewer.

The installation „Broken“ is to be seen as an appeal to finally stop violence against women! Men living in the 21st century are indeed able to see that their mothers and sisters, daughters and wives are of equal worth and so they are to be treated equally.

It should be their aim to make this world a better one, based on equality and respect for one another and for mother nature.

Just as women do, who love their kids, their husbands, their brothers and sisters, their fathers and mothers, their family…

Just as every artist loves their work.